Tagebuch des Leonhard König – Teil 11

Eintrag11

Das Schicksal schlägt zu!

Dann schlägt das Schicksal und die Geschichte unerbittlich zu. Leonhard König beschreibt die Stimmung kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges. Es ist 1914. Eine traurige und wilde Zeit. Wir sind alle irgendwie übereuphorisch und dann wieder traurig. Liebes Tagebuch, ich komme gar nicht zum Nachdenken. Es ist aber irgendwie überall so. Die Jungen schreien euphorisch: wir wollen Krieg und die alten schreien wir wollen Krieg. Überall brodelt’s. Eine komische, eine wilde Zeit. Wir merken´s alle. Stell´ dir vor wir haben von Jänner 1914 bis Ende Juli 229 Auftritte gespielt. 229 Konzerte, Tanzveranstaltungen, kleine Spielerein und viele Bälle. Und alles in Wien, im Palais Liechtenstein glaub ich, hab ich allein mehr als 20ig Mal gespielt. Und das in 7 Monaten. Am ärgsten war’s im Februar im wahrlich wildesten Monat, da haben wir 61 Mal gespielt- wieviele Tage hat der Februar meistens? Tja, da waren öfters 3 Partien gleichzeitig unterwegs. Anstrengend war das schon, aber auch lustig, na ja, nicht wirklich, weil was dann passiert ist, lässt mich immer noch erstarren.

Neugierig wie es weitergeht? Was wird der echte Deutschmeister-Musikers noch alles erleben? Folgen Sie Leonhard König, Baritonhornist ab jetzt hier auf unserer Seite. Viel Vergnügen.

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