Leonhard König – in den Süden 2

Liebes Tagebuch, das Rätsel um Trojane hast nicht nur du gelöst, nein, das haben viele gewusst. Aber nun weiter.

Das war erst der Anfang einer unglaublichen Konzertreise. Weil am Abend, also wenn´s nicht Aufnahmen gäbe, ich kann´s heut noch fast nicht glauben. So ein geschichtsträchtiger Boden. Unglaublich! Und unser Deutschmeister-Kapellmeister Helmut hat uns wieder zu Höchstleistungen gebracht. Obwohl, bei den ersten paar Stücken war mir schon mulmig zumute. Da steh´ich nun als einfacher Baritonhornist im ausverkauften Triestiner Opernhaus „Teatro Verdi“ und spiele die ‚Kaiserhymne‘ von Joseph Haydn und den ‚Viva Triest Marsch‘ und ‚Unter dem Doppeladler‘ und ‚Alte Kameraden‘ und und und …. und natürlich unseren ‚Deutschmeister-Regimentsmarsch‘. Unbeschreiblich! Dafür lebe ich, das ist Traditionspflege um der Musik willen und um den über tausend Zuhörern Freude zu machen. Ihnen einen kurzen Moment, was? kurz? Nein! Ihnen über ZWEI Stunden lang musikalische Freuden in höchster Beschaffenheit und Vortrefflichkeit bieten zu können. Nicht umsonst waren wir die Lieblingskapelle des Kaisers und in dieser Tradition spielen wir heute noch. Viva Trieste! Es war mir eine Ehre.

 

Veröffentlicht in Tagebuch des LK